Abkürzungen

Abkürzungen

Verwendung von Abkürzungen und Akronymen

Allgemein etablierte Abkürzungen

Abkürzungen, die im allgemeinen Sprachgebrauch – das heißt über Fachgrenzen hinweg – etabliert und eindeutig sind, können ohne vollständige Ausschreibung als akzeptables oder sogar als bevorzugtes Synonym in die Common German Translation aufgenommen werden. Daneben sind mindestens zwei weitere Synoynme aufzunehmen: eines mit vollständiger Ausschreibung sowie eines in der Kombination Abkürzung+Ausschreibung.

Welche Abkürzungen und Akronyme als etabliert und eindeutig gelten, wird von der GTG festgelegt und in folgender Tabelle aufgeführt:

Englischer Fully Specified Name

Englischer Preferred Term

Deutsches Synonym

Englischer Fully Specified Name

Englischer Preferred Term

Deutsches Synonym

Acquired immune deficiency syndrome (disorder)

AIDS

AIDS (preferred term)

Erworbenes Immunschwächesyndrom

AIDS - Erworbenes Immunschwächesyndrom

Attention deficit hyperactivity disorder (disorder)

Attention deficit hyperactivity disorder

ADHS (preferred term)

Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung

ADHS - Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung

Electrocardiographic procedure (procedure)

Electrocardiographic procedure

EKG (preferred term)

Elektrokardiographisches Verfahren

Elektrokardiogramm

Elektrokardiographie 

EKG - Elektrokardiogramm

Human immunodeficiency virus (organism)

Human immunodeficiency virus

HIV (preferred term)

HI-Virus

Humanes Immundefizienz-Virus

HIV - Humanes Immundefizienz-Virus

Magnetic resonance imaging (procedure)

Magnetic resonance imaging

MRT (preferred term)

Magnetresonanztomographie

Kernspinresonanztomographie

MRT - Magnetresonanztomographie

MRI - Magnetresonanztomographie

MR - Magnetresonanztomographie

Deoxyribonucleic acid (substance)

Deoxyribonucleic acid

DNA  (preferred term)

DNA - Desoxyribonukleinsäure

DNS - Desoxyribonukleinsäure

Desoxyribonukleinsäure

Disease caused by severe acute respiratory syndrome coronavirus 2 (disorder)

COVID-19

COVID-19 (preferred term)

Corona-Virus-Krankheit 2019

Chronic obstructive pulmonary disease (disorder)

Chronic obstructive pulmonary disease

COPD (preferred term)

Chronisch obstruktive Lungenerkrankung

COPD - Chronisch obstruktive Lungenerkrankung



Fachspezifische Abkürzungen

Mit fachspezifischen Abkürzungen sind Abkürzungen gemeint, die sich in einer bestimmten Fachrichtung etabliert haben, über Fachgrenzen hinweg aber nicht ohne Weiteres verstanden werden. In diesen Fällen soll die Abkürzung oder ein Akronym nicht als eigenes Synonym, sondern jeweils gemeinsam mit dem vollständigen Term aufgenommen werden. Wie in der internationalen Version müssen Abkürzung und Ausschreibung dabei durch einen Bindestrich mit je einem Leerzeichen vorne und hinten getrennt werden (z. B. "ATP - Adenosintriphosphat"). Ausgenommen von dieser Regel sind Maßeinheiten (z. B. mmol/l, siehe Kapitel Maßeinheiten) oder auch Chemikalien (z. B. 99m-Tc). Als Vorzugsterm soll jeweils die vollständige Ausschreibung gesetzt werden.

Üblicherweise werden Akronyme und Abkürzungen groß geschrieben, es sei denn der Sprachgebrauch oder spezielle Regeln sprechen dagegen (z. B. Na - Natrium). 

Akronyme müssen nicht aus den deutschen Termen abgeleitet sein. Häufig stammen sie aus anderssprachigen Termen, werden aber im Deutschen weiterverwendet. Die vollständige Ausschreibung soll dennoch auf Deutsch wiedergegeben werden (z. B. "PADH - Verzögerte Hämolyse nach Artesunat-Therapie"), außer, wenn es für den bezeichneten Term keine übliche deutsche Entsprechung gibt (z. B. "BI-RADS - Breast Imaging Reporting and Data System"). Die Ausschreibung nach dem Bindestrich wird jeweils groß geschrieben.

Beispiele:

Englischer Fully Specified Name

Englischer Preferred Term

Deutsches Synonym

Englischer Fully Specified Name

Englischer Preferred Term

Deutsches Synonym

Glomerular filtration rate (observable entity)

Glomerular filtration rate

Glomeruläre Filtrationsrate (preferred term)

GFR - Glomeruläre Filtrationsrate

Sodium chloride (substance)

Sodium chloride

Natriumchlorid (preferred term)

Natrium chlorid

NaCl 

Forced expiratory vital capacity, function (observable entity)

 Forced expiratory vital capacity

Einsekundenkapazität (preferred term)

FEV1 - Einsekundenkapazität

Coronary artery bypass grafting (procedure)

Coronary artery bypass graft

Koronararterien-Bypass-Operation (preferred term)

CABG - Koronararterien-Bypass-Operation

Koronararterien-Bypass-Graft

Sexually transmitted infectious disease (disorder)

Sexually transmitted infectious disease

Sexuell übertragbare Krankheit (preferred term)

STD - Sexuell übertragbare Krankheit

STI - Sexuell übertragbare Krankheit

Sexuell übertragbare Infektion

Common variable immunodeficiency (disorder)

Common variable immunodeficiency

Allgemeiner variabler Immundefekt (preferred term)

CVID - Common variable immunodeficiency

CVID - Allgemeiner variabler Immundefekt

Common variable immunodeficiency

Variables Immundefektsyndrom

Abkürzungen in Kombinationen mit anderen Termen: Allgemein etablierte Abkürzungen

Die im ersten Unterabschnitt aufgeführten allgemein etablierten Akronyme müssen nicht aufgelöst werden. Es kann jedoch ein Synonym mit nur der ausgeschriebenen Variante ergänzt werden. 

Beispiele:

Englischer Fully Specified Name

Englischer Preferred Term

Deutsches Synonym

Englischer Fully Specified Name

Englischer Preferred Term

Deutsches Synonym

Dementia with acquired immunodeficiency syndrome (disorder)

Dementia with AIDS (acquired immunodeficiency syndrome)

Demenz bei AIDS (preferred term)

Demenz bei erworbenem Immunschwächesyndrom

Electrocardiogram finding (observable entity)

ECG finding

EKG-Befund (preferred term)

Befund des Elektrokardiogramms

Deficiency of deoxyribonucleic acid repair (finding)

Deficiency of DNA repair

Defekt der DNA-Reparatur (preferred term)

Defekt der Desoxyribonukleinsäuren-Reparatur

Abkürzungen in Kombinationen mit anderen Termen: Fachspezifische Abkürzungen

Dasselbe gilt auch für im fachlichen Kontext eindeutige Akronyme: Sie müssen nicht in jeder Beschreibung aufgelöst werden, sofern sich durch die Kombination keine Mehrdeutigkeit ergibt. Bei fachspezifischen Abkürzungen muss jedoch in jedem Fall mindestens ein weiteres Synonym mit der vollständigen ausgeschriebenen Variante ebenfalls vorhanden sein soll. Der Vorzugsterm kann dabei fallweise festgelegt werden. Oftmals ist in Konstruktionen mit anderen Wörtern das Synonym mit der ABkürzunge zu bevorzugen, da es dem klinischen Gebrauch am besten entspricht.

Der teilweise Verzicht auf die Ausschreibung ist nicht nur der Leserlichkeit, sondern auch der deutschen Grammatik geschuldet. Dadurch, dass im Deutschen mehrere Substantive direkt oder mittels Bindestriche aneinandergebunden werden können, entfällt die Option wie im Englischen, bei der die Ausschreibung in Klammern zwischen die Terme geschoben wird. So ist zwar "GFR (glomerular filtration rate) calculation technique" im Englischen korrekt, nicht aber die deutsche Direktentsprechung "GFR-(Glomeruläre Filtrationsrate)-Berechnungsmethode".

Varianten mit sowohl Abkürzung als auch Auflösung sind erlaubt, sollten aber durch die erschwerte Leserlichkeit und Verlängerung des Terms nur sparsam eingesetzt werden. Wenn sich die Abkürzung nicht auf den vollständigen Term bezieht, muss die Auflösung der Abkürzung in Klammern gesetzt werden. Die Ausschreibung in Klammern wird trotz der Kombination mit anderen Termen weder flektiert noch ändert sich die Groß- und Kleinschreibung im Vergleich mit der Ausschreibung als alleinstehender Term (z. B. "Demenz bei erworbenem Immunschwächesyndrom" wird zu "Demenz bei AIDS (Erworbenes Immunschwächesyndrom)". In der Klammer steht jeweils der ausgeschriebene Term, nicht die Abkürzung.

Beispiele:

Englischer Fully Specified Name

Englischer Preferred Term

Deutsches Synonym

Englischer Fully Specified Name

Englischer Preferred Term

Deutsches Synonym

Counseling for sexually transmitted disease (procedure)

Glomerular filtration rate calculation technique

STI-Beratung (preferred term)

STD-Beratung

Beratung zu sexuell übertragbarer Krankheit

Beratung zu sexuell übertragbarer Infektion

Beratung zu STI (Sexuell übertragbare Krankheit)

Mendelian susceptibility to mycobacterial disease due to partial signal transducer and activator of transcription 1 deficiency (disorder)

Mendelian susceptibility to mycobacterial disease due to partial STAT1 deficiency

MSMD durch partiellen STAT1-Defekt (preferred term)

Suszeptibilität für Mykobakteriosen durch partielle STAT1-Defizienz

Mendelsche Anfälligkeit für Krankheiten durch Mykobakterien bei partiellem STAT1-Mangel

Mendelsche Anfälligkeit für Erkrankungen durch Mykobakterien durch partiellen Mangel an Signaltransducer und Aktivator der Transkription 1

Emergency coronary artery bypass graft (procedure)



Emergency CABG

Notfall-CABG (preferred term)

Notfall-Koronararterienbypass-Operation

Notfall-CABG (Koronararterienbypass-Operation)

Blood specimen with edetic acid (specimen)

Blood specimen with EDTA

Blutprobe mit EDTA-Zusatz  (preferred term)

Blutprobe mit Ethylendiamintetraacetat

EDTA-Blutprobe

Severe combined immunodeficiency with reticular dysgenesis (disorder)

Severe combined immunodeficiency with reticular dysgenesis

Schwerer kombinierter Immundefekt mit retikulärer Dysgenesie (preferred term)

SCID (Schwerer kombinierter Immundefekt) mit retikulärer Dysgenesie

SCID mit retikulärer Dysgenesie

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